• Letzte Aktualisierung: 03.01.2014

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H I M M E L S W E G E

Sachsen- Anhalt



Zum Jahresende 2013 entschloss sich timediver® zu einem Besuch der Sonderausstellung "3300 BC Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt", die vom vom 14. November 2013 bis zum 18. Mai 2014 währende im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) exponiert wird. Da sich in diesem Museum mit der "Himmelscheibe von Nebra" auch die älteste, bisher entdeckte Himmelsdarstellung der ganzen Menschheitsgeschichte befindet, wurde ich  bei meinen Vorbereitungen auch auf die im Bundesland Sachsen-Anhalt eingerichteten touristischen Route Himmelswege " aufmerksam. Den knapp 400 Kilometer langen Anfahrtsweg nach Halle nutzte ich daher, mich auf die touristische Route Himmelswege zu begeben und als erste Station die "
Arche Nebra" zu besuchen (Foto rechts).

.... nahe des Fundortes der "Himmelsscheibe in der Gemarkung Ziegelroda, ca. 4 Kilometer westlich der Stadt Nebra zu besuchen. Anhand der Exponate und eines phantastischen 3D-Films im Planetarium erfährt man dort alles über die Herkunft  und Anwendung der auf 4100 - 3700 v. Chr. datierten Bronzescheibe, die  4. Juli 1999 von illegalen Sondengängern (Raubgräbern) gefunden wurde. Rekonstruktionen ergaben, dass die Scheibe in ihrer ersten Gestaltungsphase den Vollmond, den zunehmenden Mond und oberhalb dazwischen die Plejaden zeigte. In einem zweiten Schritt, bei dem einzelne Sterne versetzt, bzw. überdeckt wurden erfolgte eine Ergänzung mit zwei Horizontbogen, die an ihren Enden den  Sonnenauf- und untergang zum Winter- und Sommeranfang markieren. Dasselbe Prinzip liegt auch dem Sonnenobservatorium von Goseck zugrunde.
In einem dritten Arbeitsschritt wurde an der Unterkante noch ein Bogen angebracht, der zwar keine astronomische Funktion besaß, analog zu altägyptischen Darstellungen als "Sonnenbarke" gedeutet wird. Das Foto links zeigt einen rekonstruierten Bronzerohling der Scheibe, dem zwar die Goldteile fehelen, der jedoch an seinem Rand- wie das Original - eine perforation vorweisen kann. Man nimmt an, dass diese zur Zweckentfremdung der Scheibe als  Standarte entstanden sind. originelle und futuristische Präsentation bietet viele Interaktionsmöglichkeiten und lustige Videoclips.

Da ich versehentlich "Burgstrasse" statt "Wartweg" in mein Navigationsgerät eingeben hatte, kam ich von den Himmelswegen ab zur Burg Querfurt (Foto links), auf deren Gelände mit Gräbern der Aunjetitzer Kultur  bereits frühbronzezeitliche Artefakte gefunden wurden. Die 979 erstmals in einer Urkunde Kaiser Ottos II. als Castrum erwähnte Burg sollte als Stammsitz der Edelherren von Querfurt eine bewegte Geschichte erfahren, mit der ich mich jedoch nicht näher befassen wollte, da auf mich am Rande des Dorfes Langeneichstädt, einem Saalekreis in  Ortsteil der Stadt Mücheln im Geiseltal die zweite Station der "Himmelswege" erwartete.  Das dortige Megalith- oder Großsteinkammergrab ist ca. 5500 Jahre alt...


Das 1987 bei Feldarbeiten gefundene, 5,3 m lange, 1,9 m breite und 1,7 m hohe Artefakt ) wird auf den zeitraum zwischen 3600 bis 2700 v. Chr. datiert und der Salzmünder Kultur oder der Bernburger Kultur zugerechnet. Ale einer der Decksteine der Grabkammer wurde eine 1,76 m große Menhirstatue entdeckt, die eine vereinfachte Darstellung einer Göttin und als weibliche d ein Axtmotiv als Statussymbol des Mannes zeigt. Die Berührung der mit der Erde verbundenen "Dolmengöttin" (Ur- und Erdmutter) sollte Fruchtbarkeit für Mensch, Tier und Felder gewährleisten. Der heute im Hallenser Museum ausgestellte Original-Menhir weist daher Abtragungsspuren auf.  Der aufgestellte Stein ist eine Kopie (Foto rechts).
Mein dritte Station auf den "Himmelswegen", das der Porta Nigra in Trier nachempfundene Museumsgebäude des Landesmuseum für Vorgeschichte  beherbergt seit seiner Wiedereröffnung am 23. Mai 2008 neue Dauerausstellungen zum Paläolithikum, Mesolithikum, Neolithikum und zur Frühbronzezeit, die Ende 2012 um die Epochen der Mittel- und Spätbronzezeit sowie der Frühen Eisenzeit erweitert wurden. Während die Räume der Präsenzausstellung das 2. und 1. Obergeschoss des Museums einnehmen, wurde die Sonderausstellung auf der 0-Ebene eingerichtet. Das nicht nur für die Sonderausstellung, sondern im gesamten Museumsbereich geltende striktes Fotografierverbot wird von einer Vielzahl uniformierter Aufpassern durchgesetzt. timediver® musste daher auf ein eigenes Foto der "Himmelsscheibe von Nebra" verzichten und bedient sich hier einer Abbildung aus wikipedia.
Nachdem ich meinen Museumsbesuch abgeschlossen hatte, setzte bereits die Abenddämmerung ein, die mich jedoch nicht von einem kurzen Stammbummel abhalten konnte. Da jedoch die Lichtverhältnisse zum Fotografieren nicht mehr optimal waren, setzte ich meine Besichtigungstour am nächsten Vormittag in aller Frühe fort, was an den Bilden mit dem blauen Himmel zu erkennen ist.
Der Mitte des 15. Jahrhunderts neben dem 1819 abgerissenen Galgentor errichtete, 44 Meter hohe  Leipziger Turm (Foto links) war der höchste Turm der „hallensischen“ Stadtbefestigungsanlage. Das  ursprünglich als „runder Turm" bezeichnete, aus Bruchsteinen gemauerte Bauwerk besitzt eine untere Mauerstärke von 2,80 Metern und einen Innenraumdurchmesser von 3,30 Metern. Die spitzbogige Eingangstür auf der Stadtseite und die Fenster in den Stockwerken sind gotischen Ursprungs und gut erhalten. 1573 wurde dem Turm im Stil der Renaissance eine welsche Haube mit vier Lukarnen und einer Laterne aufgesetzt. Das Uhrwerk mit zwei Zifferblättern wurde später eingebaut. Das Denkmal des in Halle geborenen Barock-Komponisten Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) wurde anlässlich seines 100. Todestages im Jahre 1859 auf dem Marktplatz errichtet. Von seinem erhabenen Standort aus blickt das das 3,20 Meter hohe Bronzestandbild gen England, die zweite Heimat Händels, wo er in der Londoner Westminster Abbey seine letzte Ruhestätte gefunden hatte.  Das Denkmal zeigt ihn, sich mit dem Taktstock in der rechten Hand auf das Dirigentenpult stützend, auf dem die aufgeschlagenen Notenblätter des "Messias" liegen. Die Marktkirche Unser Lieben Frauen (Foto rechts) .... 
....entstand zwischen 1529 und 1554 auf dem Terrain ihrer Vorgängerinnen St. Gertruden und St. Marien als jüngste der mittelalterlichen Kirchen der Stadt und zählt zu den bedeutendsten Bauten der Spätgotik in Mitteldeutschland. Ihre vier Türme bilden zusammen mit dem Roten Turm (Foto Mitte) das Wahrzeichen der Saalestadt, die daher auch als „Stadt der fünf Türme“ bezeichnet wird. Das Gotteshaus ist insofern ein Kuriosum, da es als auch protestantische Kirche noch ein Marienaltarbild beherbergt und auch als Marienkirche bezeichnet wird. Unmittelbar neben dem Alten Rathaus, das am 31. März 1945 einem Bombenangriff der Alliierten zu Opfer fallen sollte, wurde in den Jahren 1928/29 an der Ostseite des Marktplatzes auf einer derzeit unbebauten Fläche, vor dem 1928/29 der auch als Neues Rathaus bezeichnete Ratshof (Foto rechts) errichtet.

Der auf dem Marktplatz errichtete Rote Turm (Foto links) steht beinahe genau im Zentrum der Stadt. Im pätgotischen Stil erbaut, weist der freistehende Uhr- und Glockenturm eine rechteckige Grundfläche von etwa 10 mal 15 Meter auf. Mit seiner Höhe von 140 alte Hallischen Ellen oder 268 1/2 rheinländischen Fuß (84 Metern) war der mit „246 Stacheln“ und einem vergoldeten Kugelknauf von 3,60 Meter Umfang auf seinem kupfernen Helmdach verzierte Turm, das höchste mittelalterliche Bauwerk der Stadt. Zunächst als Neuer Turm bezeichnet, wurde das Bauwerk wahrscheinlich aufgrund der an seinem seinem Fuße abgehaltenen Blutgerichte in Roter Turm umbenannt. Ausdruck der Blutgerichtsbarkeit war die 1547 unmittelbar am Turm aufgestellte Roland-Figur (Foto Mitte). Im Rahmen des Marktplatzumbaus bis 2006 wurde von der Stadt ein Geoskop (Foto rechst) geschaffen. Der  Edelstahlkasten über einer mehreren Meter tiefen Schachtung erlaubt einen Blick  auf den unterirdischen Verlauf der Halleschen Marktplatzverwerfung. Die Halle-Störung oder Hallesche Störung kommt aufgrund der speziellen geologischen Situation, die sie im Stadtgebiet geschaffen hatte, mit der Entstehung von Solequellen eine entscheidende Bedeutung zu. Mit dem Gutjahr- und Meteritzbrunen, dem Hackeborn sowie Deutscher Born befinden sich die vier ältesten, historisch belegbaren Solebrunnen im heutigen Stadtzentrum in der Nähe der Verwerfung. Die Salzgewinnung in den Salinen war im Mittelalter, als das Salz mit Gold aufgewogen wurde, von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung und sollte zurückgehend auf das „germanische“ oder „keltisches“ Wort für Salz (hal, halla) der Stadt ihren Namen geben.  

Der 3,50 hohe Drachenbrunnen wurde vom halleschen Landschaftsmaler und Bildhauer Peter Michael entworfen und 1983 vor dem Westportal der Marktkirche errichtet (Foto links). Das zwischen 1889 - 1981 errichtete Archäologische Museum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beherbergt seit 1928 die altertumswissenschaftlichen Disziplinen der Universität und wird nach dem in Halle geborenen Philologen Archäologen und Professor Carl Robert (1850- 1922 in Halle an der Saale) auch kurz Robertinum genannt. (Foto rechts). 

Das zwischen 1903 bis 1905 im Stil des wilhelminischen Neobarock erbaute Landgerichtsgebäude vereint in sich auch Formen der Gotik, der Renaissance und des Jugendstils. Als eines der repräsentativsten Bauwerke der Stadt besitzt es eine breite Doppelturmfassade zum Hansering, die unter anderem mit Porträts von Rechtsgelehrten und an den Fenstersimsen mit Tieren und Fabelwesen geschmückt ist. Die flankierenden Türme haben eine Höhe von 50 Metern.  Nach einer umfangreichen Restaurierung wurde das Justizgebäude im Frühjahr 2013 wieder eröffnet.

Das Gebäude der Hauptpost (Foto links) wurde als als neuromanischer Sandsteinbau für die Oberpostdirektion zwischen 1892 bis 1898 als gründer- zeitlicher Monumentalbau an einer städtebaulich exponierten Stelle errichtet. Anlass für den Bau, der das 1840 erbaute preußische Generalpostamt ersetzte, war die Gründung der Deutschen Reichspost 1875 und die Ausweitung ihrer Tätigkeit auf das Telegrafen- und Fernsprechwesen. Im die Schalterhalle im Erdgeschoss wurde für die Briefpost, das erste Obergeschoss von der Oberpostdirektion und das zweite Obergeschoss vom Telegrafen -amt genutzt. 1912 erhielt das Gebäude einen Erweiterungsbau für die Paketpost mit zugehörigen Funktionsräumen. Im 1886 eröffneten Stadttheater befindet sich heute die Oper Halle. Zur Zeit seiner Eröffnung war das Stadttheater neben der Budapester Oper das technisch gesehen modernste Theater Europas. Beim Wiederaufbau des bei einem Sprengbombenangriff am 31. März 1945 fast völlig zerstörten Gebäudes, wurde auf die frühere Kubatur, Fassade, Kuppel und kleinere Details verzichtet. 1951 wieder eingeweiht, wurde es als Staatstheater des Bezirks Halle im Land Sachsen-Anhalt und  Mehrspartentheater Landestheater Halle, dann bis 1992 Theater des Friedens genannt. Heute (Foto rechts) bietet das Haus für alle Sparten und Gattungen des Musiktheaters insgesamt über 672 Sitzplätze, die sich auch behindertengerecht über Parkett, 1. und 2. Rang verteilen.

Da es mir mit dem Blauton der Fotos zu bunt wurde, schaltete ich ein wenig an den Einstellung meiner Kamera herum, was sie mir schließlich mit farblich besseren Fotos danken sollte. Am dem heute als Alter Markt bezeichneten Platz,stand das erste hallesche Rathaus mit der heute nicht mehr vorhandenen Michaeliskapelle, die erste Pfarrkirche der Stadt.  Der Baukern der heutigen Hausnummern 7 und 8  stammt aus dem späten 12., bzw. frühen 13. Jahrhundert und beherbergte im 16. Jahrhundert den Gasthof „Zu den drei Kronen“.  In der Platzmitte steht heute der 1913 aufgestellte Eselsbrunnen  der an eine bekannte hallesche Sage erinnern soll. Nach einer Komplettsanierung des Hauses Alter Markt 12, dem 1708 errichteten Wohnhaus des vermögenden Pfänners Karl-Heinrich Reichhelm (1650−1724), wurde dort am 8. April 2000 dasBeatles Museum in Halle (Foto rechts) eröffnet, dessen Besuch sich timediver® auch als eher den Rolling Stones zugewandter Musikfreund sich nicht entgehen lassen wollte.
Bereits 1964 begann der Museumsgründer Rainer Moers damit alles zu sammeln, was er von und über die Beatles bekommen konnte. Ab 1975 stellte er seine Sammlung für eine Wanderausstellung zu Verfügung, welche in ca. 25 Städten im In- und Ausland zu sehen exponiert wurde 1989 ließ er sich mit seinem Sammelsurium in Köln, auf knapp 60 m² Fläche nieder. Nachdem das Beatles Museum in Köln am 31. Juli 1999 geschlossen worden war, konnte es ein halbes Jahr später in Halle, der selbsternannten Landeskulturhaupstadt Sachsen-Anhalts neu eröffnet werden. Neben Rainer Moers zeichnete sich hierbei der im  Oktober 2000 verstorbene Matthias Bühring  als Museumsgründer aus. 

Auf drei Etagen und einer Ausstellungfläche von etwa 600 qm werden insgesamt 2.500 Exponate ausgestellt. Das Museum finanziert sich größtenteils aus durch einen Versandhandels mit Beatles-Produkten, die auch im Foyer-Shop des Museums erhältlich sind (Foto links). Videoclip 1
Raum 1 ist der "Vor-Beatles-Zeit" gewidmet, wo auch das Kinderfoto von John Winston Lennon ( 9.10.1940 in Liverpool - 8.12.1980 in New York) zu sehen ist (Foto  links). Lennon und seine zweite Frau Yoko Ono und Lennon im Film "Wie ich den Krieg gewann (Foto rechts).
Raum 2, The Beatles von 1957-1964, beherbergt Dokumente von der ersten Begegnung zwischen John Lennon und Paul McCartney sowie deren Auftritte als Quarrymen, zu denen später auch George Harrisson hinzukam. Ein altes TV-Gerät zeigt Filme von ersten Auftritten der Gruppe. (Foto links). 
Der Damenstrumpf mit den Beatles-Motiven befindet sich im sogenannten "Blauen Raum" (Raum 3), The Beatles von 1965 bis 1966

Besondere Raritäten sind die veröffentlichten und vor allem die beiden unveröffentlichten Beatles-Singles aus der DDR, über die in Things Nr. 73, dem Clubheft des Beatles Museums berichtet wurde.  Leider ist mein Foto von den beiden  Weißmustern aus dem Jahre 1965, der geplanten vierten und fünften Beatles-Single: „I Wanna Hold Your Hand / Little Child“ (Amiga Sp. U 291/292)  und „A Hard Day’s Night / Please Mr. Postman“ (Amiga Sp. U 293/294) unscharf geworden (Foto links). Die Wand eines Seitengangs ist dem deutschen Muasiker und Grafiker Klaus Voormann (Jg. 1938) gewidmet,  welcher das Cover der LP Revolver gestaltete und auf Soloalben von John Lennon, George Harrison und Ringo Starr als Bassist zu hören ist.
Voormann wurde und wird oftmals auch als fünfter Beatle bezeichnet.

Der Blaumiese (Blue Meanie) und andere Merchandisingprodukte finden sich in Raum 8, der anlässlich der Wiederveröffentlichung des Kultfilms Yellow Submarine (1999) eingerichtet wurde (Foto links). Raum 4: The Beatles von 1967 bis 1968 ist dem Album Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band (Foto rechts), dem Tod des Managers Brian Epstein, der Magical  Mystery Tour sowie dem Indien-Trip mit dem Besuch von Maharishi Mahesh Yogi gewidmet.  
The Beatles von 1968 bis 1970 ist das Thema des letzten Raumes im Erdgeschoß  (Raum 5), wo es eine lebensgroße Fotomontage gibt, die dem urheberrechtlichen geschützten Cover der LP Abbey Road, dem 11. und gleichzeitig vorletzten Album, nachempfunden ist (Foto links). Ebenfalls dokumentiert wird hier der Film Let it be von 1970, für den die Beatles angeblich den Oscar in der Sparte bester Dokumentationsfilm erhalten haben... Was natürlich falsch ist, denn sie bekamen den Oscar, wie könnte es auch anders sein, vielmehr in der Sparte Beste Filmmusik.


Die Moritzburg wurde zwischen 1484 - 1503 im pätgotischen Stil als Residenz der Magdeburger Erzbischöfe erbaut und ist heute eines der imposantesten Bauwerke der Saalestadt. Seit dem 19. Jahrhundert beherbergt ein Kunstmuseum mit überregionaler Ausstrahlung. Der Grundriss bildet ein fast regelmäßiges Viereck von etwa 72 mal 85 Metern. Süd-, Ost- und Nordseite werden von einem 20 bis 25 Meter breiten und 10 Meter tiefen, in früherer zeit sumpfigen Grabenumgeben. Der Eingangsturm in der Mitte der Ostseite (Foto links) diente einst als ein Wohnturm, der eine Kapelle im untersten Geschoss besaß. Die Maria-Magdalenen-Kapelle und der Nordostturm, der auch Studentenclub-Turm genannt wird (Foto rechts).


Auf dem Jerusalemplatz wurde eine Gedenkstätte für die 1938 von den Nazis niedergebrannte Synagoge errichtet. Eine angebrachte Tafel erinnert an die jüdischen Opfer, die dem NS-Terror zwischen 1933 bis 1945 zum Opfer gefallen sind und mahnt die Lebenden: Vergesst nicht!

Die heutige Synagoge der etwa 700 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinde wurde 1894 ursprünglich als Feierhalle, neben dem bereits 1864 angelegten jüdischen Friedhof in der Humboldtstraße. Der schlichte Saalbau im maurischen Stil besitzt große Rundbogenfenster und fünf Türme.   Nach einigen Umbauarbeiten wurde das Gebäude 1953 als Ersatz für die während der Novemberpogrome 1938 zerstörte Synagoge in der Innenstadt geweiht. Wenige Meter von der neuen Synagoge entfernt, steht der zwischen 1897 - 1999 im Zuge einer Stadterweiterung nach Norden aus rotem Werkstein und gelben Klinkern errichtete Wasserturm (Foto rechts). Der Hochbehälter hatte ein Fassungsvermögen von 1500 Kubikmetern und verlor seine Funktion erst nach der Inbetriebnahme des Fernwassernetzes zwischen dem Ostharz und der Elbaue im Jahre 1965. Das markante, unter Denkmalschutz stehende Bauwerk wurde zwischen 1992 bis 1999 saniert.


Auf meinem Rückweg besuchte timediver® mit der Kreisgrabenanlage von Goseck (Burgenlandkreis) die vierte und letzte Station der Himmelswege. Nachdem 1991 bei einem Erkundungsflug vom  Luftbildarchäologen Otto Braasch ringförmige Bodenverfärbungen entdeckt und als neues Bodendenkmal gemeldet worden waren, wurde die Anlage zwischen 2002 und 2004 im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes vollständig ausgegraben. Zwischen Juni bis Oktober 2005 konnte auf dem mittlerweile vollständig freigelegten Areal das steinzeitliche Sonnenobservatorium rekonstruiert werden. Die Eröffnung fand am 21. Dezember 2005 am Tag der Wintersonnenwende statt. Die ursprüngliche, vor etwa 6900 Jahren errichtete Anlage wird der Kultur der Stichbandkeramik zugeordnet und von einigen Archäologen als das älteste Sonnenobservatorium der Welt bezeichnet.


Die Kreisgrabenanlage liegt auf einem Plateau oberhalb des Saaletals und besteht aus einem deutlich erkennbaren, annähernd kreisrunden Ringgraben von etwa 71 m Durchmesser. Es konnte ein flacher Erdwall rund um den Graben nachgewiesen werden. Die Anlage hat drei grabengesäumte Zugangswege, die nach Norden, Südwesten und Südosten ausgerichtet sind. Im Inneren befinden sich Spuren zweier konzentrischer Palisaden (ca. 56 und 49 m Durchmesser) mit gleich ausgerichteten, zum Zentrum hin schmaler werdenden Toren.

Nach Untersuchungen des Astroarchäologen Prof. Dr. Wolfhard Schlosser vom Astronomischen Institut der Ruhr-Universität Bochum, sind die beiden südlichen Tore und Zugangswege vom Mittelpunkt der Anlage aus gesehen mit einer Genauigkeit von drei bis vier Tagen auf den Sonnenaufgang und -untergang zur Wintersonnenwende um 4800 v. Chr. ausgerichtet, das nördliche Tor weist annähernd genau auf den astronomischen Meridian, also nach Norden. Dass es sich um ein Observatorium zur Bestimmung der Wintersonnenwende handelt, gilt daher als wahrscheinlich.

Die erste Naumburger Dom St. Peter und Paul wurde zwischen 1029 -1044, nachdem die Erlaubnis zur Verlegung des Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg erteilt worden war, als dreischiffige, kreuzförmige Basilika erbaut.


Der Eingang zum Dom befindet sich zwischen der Marienpfarrkirche und der Dreikönigskapelle, rechts davon steht der Ekkehard-Brunnen (Foto links). Das Portal zum südlichen Längsschiff an der Nordseite des Doms (Foto rechts).


Vom Langhaus des Domes gelangt der Besucher durch den aufwendig gestalteten Lettner (Foto links) in den Westchor (Foto rechts), dessen Baubeginn 1245/50 datiert wird.  Dort befinden sich die zwölf Naumburger Stifterfiguren, die zu den bedeutendsten deutschen Skulpturen des Mittelalters gehören. Die polychromen Skulpturen aus Grillenburger Sandstein wurden um 1250 durch den so genannten Naumburger Meister geschaffen. Jeweils zwei Figuren stehen an der Nord- und Südwand, zwei Figurenpaare am Eingang der Apsis und jeweils eine Figur an den vier Innenstreben des 5/8 Polygons (Foto re.).



Markgraf Ekkehard II. und Uta (Foto links), Graf Wilhelm von Camburg und Brehna (Foto Mitte) und Markgraf Hermann und Reglindis (Foto rechts).  Die historischen realen Personen waren zur Entstehungszeit der Skulpturen bereits seit 200 Jahren verstorben. Als individuell charakterisierte Persönlich- keiten stellen die Figuren die Formvollendung einer naturalistischer Darstellung dar, die im deutschsprachigen Raum um 1200 die einfachere schemen- haften abglöst hatte. Aufgrund der Baugeschichte des Naumburger Domes bisher noch nicht festgestellt werden, welche Statuen zuerst und welche zuletzt geschaffen wurden.



Markgräfin Uta von Ballenstedt (um 1000 - 1046; Foto links), die Gattin des Markgrafen Ekkehard II. von Meißen, war eine Tochter von Graf Adalbert von Ballenstedt und Hidda, der Tochter des Markgrafen Hodo I. der sächsischen Mark Lausitz.  Die Schwester des Stammvaters der Askanier, Esico von Ballenstedt wurde von ihrem Vater wohl  aus machtpolitischen Gründen um das Jahr 1026 mit dem Meißner Markgrafen Ekkehard II. verheiratet. Die kinderlose Ehe bedeutete das Ende des von Ekkehard I. (985–1002) gegründeten Geschlechts der Ekkehardiner. Graf Dietmar (Foto Mitte). Markgräfin Reglindis (um 989 -1016, Foto rechts) war eine Tochter des polnischen Königs Bolesław I. Chrobry und der sorbischen Fürstentochter Emnilda. 1002 wurde die "lächelnde Polin", wie sie auch genannt wird, mit Markgraf Hermann verheiratet, dem Sohn Ekkehards I. und älteren Bruders Ekkehards II. von Meißen. Nach der Ermordung Ekkehards I. und nach der Belehnung Bolesławs mit den Lausitzen festigte die Ehe (trotz der Kriege des ostfränkischen Königs und römisch-deutschen Kaisers Heinrichs II. gegen Polen) die Beziehungen zwischen den Piasten und Ekkehardinern.
Die spätromanische Ostapsis wurde 1330 durch ein hochgotisches, rechteckiges Chorjoch mit einem 6/10-Schluss ersetzt. Auf den Strebepfeilern am Chorscheitel und südlich daneben wurden die bis heute mehrfach restaurierten Figuren der Patrone des Domes aufgestellt. Von hohem künstlerischem Wert sind die zum Teil noch aus der Bauzeit des Chores stammenden Glasmalereien mit den klugen und törichten Jungfrauen sowie den Tugenden und Propheten. Aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhudnerts stammen hingegen die Fenster mit den Abbildungen der  Passion, Aposteln un die Marienszenen. Der um 1230 errichtete Ost-Lettner ist das älteste erhaltene Beispiel eines Hallenlettners (Foto links). Im mittleren Joch der Lettnerhalle steht ein Marienaltar aus dem 19. Jahrhundert (Foto rechts).

Im Ostchor befindet sich die poychrome und gut erhaltene Grabplatte des Bischofs Dietrich II. von Meißen (um 1190 -1272), der von 1242 bis 1272 als Bischof von Naumburg amtiert hatte (Foto links). Zu Füßen der Bischofsskulptur führen zwei steile Treppen zum Chor hinauf (Foto rechts).
Unter dem Ostchor des ersten frühromanischen Doms (Foto links) wurde zwischen 1170 und 1180 eine zweite Krypta eingebaut. Die ausgedehnte Anlage der Krypta besteht aus einem Vorraum aus der Bauzeit des Doms (Foto rechts)...
....einem Mittelteil, der schon im frühromanischen Dom als Krypta diente, und einer abschließenden östlichen Apsis. Als ältester Raum, besteht der mittlere aus drei Schiffen zu je drei Jochen und ist über sechs Freisäulen und acht Wandstützen kreuzgratgewölbt. Jeder Säulenschaft ist mit einem anderen Muster dekoriert. Meisterwerke sind auch die Säulenkapitelle, welche den typischen romanischen Palmettendekor mit Diamantbändern zeigen. (Foto links). 
Der Spätromanischer Kreuzgang an der Südseite (Foto links). Die beiden Fragmente aus dem Relief an der Nordseite des Westlettners (Foto rechts) markieren den Eingang zum Kellergewölbe unter der Westklausur, welche am 1. Juli 2006 als Naumburger Domschatzkammer eröffnet wurde. Sie beherbergt einmalige Kunst- und Kulturschätze aus sechs Jahrhunderten.....


... wie beispielsweise das aus der Grablegung des Bischofs Dietrich II. von Meißen stammende, aus Elfenbein gefertigte obere Endstück des Bischofsstabes (Foto links) und die Wahlkapitulation August des Starken vom 31. Mai 1726 (1670 -1733; Foto rechts). Der aus der albertinischen Linie der Wettiner stammende Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen regierte ab 1697 auch in Personalunion als König August II Mocny von Polen und Großfürst Augustas II Stiprusis von Litauen.



Der Kreuzgang mit den beiden Westtürmen (Foto links) und den jeweils mit einer Barockhaube gekrönten Osttürmen (Foto rechts).  Das Gemälde aus der Domschatzkammer stammt von Lucas Cranach dem Älteren (um 1472 - 1553), der ab 1505 als Hofmaler am kursächsischen Hof als Hofmaler unter den Kurfürsten Friedrich dem Weisen, Johann dem Beständigen und Johann Friedrich dem Großmütigen in Diensten stand und zu den bedeutendsten deutschen Maler und Grafiker der Renaissance gehört. Naumburg liegt an der Straße der Romanik", die als touristische Route durch die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen verläuft und ein Teil der Transromanica darstellt, die im Jahr 2006 vom Europarat zur Europäischen Kulturstraße ernannt wurde (Foto rechts).

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